Jerusalem ist eine heilige Stadt für drei Religionen: die ummauerte Altstadt, die Klagemauer, die Grabeskirche und der Felsendom auf dem Tempelberg.
Jerusalem ist eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt und liegt im Judäischen Bergland auf etwa 750 Metern über dem Meeresspiegel. Auf ungefähr einem einzigen Quadratkilometer vereint sie die wichtigsten Heiligtümer des Judentums, des Christentums und des Islam, was sie zu einem einzigartigen Anziehungspunkt für Pilger und Reisende von jedem Kontinent macht.
Die Besiedlung dieses Ortes reicht mehr als dreitausend Jahre zurück. Der biblischen Überlieferung nach machte König David Jerusalem im 10. Jahrhundert v. Chr. zur Hauptstadt des vereinten Königreichs Israel, und sein Sohn Salomo errichtete den Ersten Tempel. Die Stadt überstand die babylonische Zerstörung, die persische und hellenistische Herrschaft, die hasmonäische Epoche und die Regierungszeit von Herodes dem Großen, unter dem der Zweite Tempel wiederaufgebaut wurde. Im Jahr 70 n. Chr. brannten die Römer den Tempel nieder, erhalten blieb nur eine Stützmauer. Es folgten die byzantinische, arabische, Kreuzfahrer-, mamlukische und osmanische Zeit, jede mit ihrer eigenen architektonischen Schicht. Die heutigen Mauern der Altstadt wurden im 16. Jahrhundert unter Sultan Suleiman dem Prächtigen errichtet.
Heute leben hier rund 950.000 Menschen: Juden, muslimische Araber, Christen mehrerer Konfessionen und Armenier. Der Status Jerusalems bleibt Gegenstand internationaler Auseinandersetzungen – der Ostteil steht seit 1967 unter israelischer Kontrolle, die von den meisten Staaten nicht anerkannt wird. Die Sicherheitslage kann sich ändern, weshalb es sich lohnt, die aktuelle Situation vor einem Besuch zu prüfen.
Der ummauerte historische Kern gliedert sich in vier Viertel. Das Jüdische Viertel wurde nach den Schäden des 20. Jahrhunderts wiederaufgebaut und grenzt an den Platz vor der Klagemauer. Das Muslimische Viertel ist das bevölkerungsreichste und lebendigste, mit einem dichten Netz überdachter Suks. Das Christliche Viertel gruppiert sich um die Grabeskirche. Das Armenische Viertel ist das ruhigste und abgeschlossenste, mit der Jakobskathedrale. Mehrere historische Tore führen ins Innere: das Jaffator, das Damaskustor (Nablus-Tor), das Löwentor, das Zionstor und andere.
Jenseits der antiken Mauern setzt sich die Stadt in Vierteln des 19. und 20. Jahrhunderts fort. Zeit einplanen sollte man für die Stadt Davids, einen archäologischen Park mit dem Hiskija-Tunnel, den man durchwaten kann. Der Ölberg bietet das schönste Panorama der Altstadt und beherbergt einen alten jüdischen Friedhof sowie den Garten Gethsemane. Die Gedenkstätte Yad Vashem erinnert an die Opfer des Holocaust und hilft, die moderne israelische Identität zu verstehen. Das Israel-Museum zeigt die Schriftrollen vom Toten Meer im Pavillon Schrein des Buches sowie ein detailliertes Modell der Stadt zur Zeit des Zweiten Tempels. Auch der Markt Machane Jehuda hat viel Charakter: tagsüber Reihen von Ständen, abends eine Zeile aus Cafés und Bars.
Die Küche verbindet israelische und palästinensische Traditionen: dicker Hummus, knuspriger Falafel, Schakschuka, Sabich mit Aubergine, frisches Pita direkt aus dem Ofen, süßes Baklava und Knafeh. Ein Mittagessen in einem einfachen Lokal kostet etwa 35–65 Schekel (12–22 $), ein Abendessen im Restaurant 90–180 Schekel (30–60 $). Die Preise entsprechen dem Stand von 2026. Viele koschere Lokale schließen zum Schabbat, von Freitagabend bis Sonnenuntergang am Samstag, was man in die Planung einbeziehen sollte.
Drei Tage reichen für einen ersten Eindruck. Den ersten widmet man der Altstadt und ihren Heiligtümern, den zweiten der Stadt Davids, dem Ölberg und den Aussichtspunkten, den dritten den Museen, Yad Vashem und den neueren Vierteln. Kleiden Sie sich zurückhaltend: An religiösen Stätten müssen Schultern und Knie bedeckt sein, und Männern wird an der Klagemauer eine Kippa gereicht. Zu Fuß gehen und die Straßenbahn sind die einfachsten Fortbewegungsmittel. Den Rhythmus des Schabbat einplanen, wenn der öffentliche Nahverkehr und manche Geschäfte ruhen.
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