Die Hauptstadt des thailändischen Nordens – Dschungel, Elefantenparks, Yoga-Retreats und günstige Märkte.
Chiang Mai ist die größte Stadt Nordthailands, gegründet 1296 als Hauptstadt des Königreichs Lanna. Heute ist sie die ruhige Alternative zum lauten Bangkok: Bergdschungel, Hunderte alte Tempel, Handwerkstraditionen und der Ruf, eines der weltweiten Zentren für ortsunabhängiges Arbeiten und spirituelle Praxis zu sein.
Der Name der Stadt bedeutet „neue Stadt“ – so taufte sie König Mangrai, der seine Hauptstadt hierher verlegte. Über Jahrhunderte war Lanna ein eigenständiger Staat mit eigener Sprache, Schrift und Baukunst, verschieden von Zentralthailand. Spuren dieses Erbes sind überall zu sehen: in den geschwungenen Tempeldächern, den Holzschnitzereien, dem Essen und dem weichen nordthailändischen Dialekt. Im 16. bis 18. Jahrhundert stand die Region unter birmanischem Einfluss, was ebenfalls Spuren an den Heiligtümern hinterließ. Das historische Zentrum, die Old City, wird bis heute von einem Wassergraben und Resten der Backsteinmauern mit ihren Toren umrissen; das wichtigste davon ist Tha Phae an der Ostseite.
Jenseits der östlichen Mauer, im Viertel Nimmanhaemin (Nimman), konzentriert sich das moderne Leben: Designcafés, Coworking-Spaces, Galerien und Bars – hier treffen sich Freiberufler und digitale Nomaden. Die Ufer des Flusses Ping ziehen ruhige Restaurants und Märkte an. Westlich und nördlich der Stadt verteilen sich Yogastudios, Meditationszentren und Retreats, viele davon an Klöster angeschlossen, in denen Vipassana praktiziert wird.
Die nordthailändische Küche unterscheidet sich merklich von der vertrauten thailändischen Karte. Ihr Wahrzeichen ist Khao Soi, ein Curry mit Eiernudeln, Kokosmilch und knusprigen Nudeln obenauf. Beliebt sind außerdem Larb (ein scharfer Salat mit Hackfleisch), Sai Ua (eine Kräuterwurst), Nam Prik Num (eine Paste aus gerösteten grünen Chilis) und Klebreis. Chiang Mai gilt als Kaffeehauptstadt des Landes: In den umliegenden Hügeln wächst Arabica, und über die Stadt verteilen sich Hunderte kleiner Röstereicafés.
Aus Bangkok fliegt man am einfachsten – der Flug dauert etwa eine Stunde. Alternativen sind der Nachtzug (rund 12–13 Stunden) oder der Bus. In der Stadt fahren die Songthaew, rote Sammel-Pick-ups, dazu Tuk-Tuks. Für eigenständige Ausflüge ins Umland mietet man ein Motorrad, dafür braucht es aber einen Führerschein und Vorsicht in den Bergkehren. Das Zentrum ist kompakt und lässt sich weitgehend zu Fuß erschließen.
Die beste Jahreszeit ist die kühle Trockenperiode von November bis Februar, wenn die Tage angenehm und die Abende frisch sind. Der November bringt die Feste Loi Krathong und Yi Peng: Tausende Papierlaternen steigen in den Himmel, während geschmückte Flöße auf dem Wasser treiben – eines der eindrucksvollsten Ereignisse Asiens. März bis Mai ist heiß, und in dieser Zeit liegt oft Dunst vom Abbrennen der Felder über dem Tal, was Luft und Sicht verschlechtert. Die Regenzeit (Juni bis Oktober) bringt Wolkenbrüche, aber auch üppiges Grün.
Vier Tage reichen, um die Stadt kennenzulernen: ein Tag für die Tempel der Old City, ein Tag für Doi Suthep und die Umgebung, ein Tag für eine Elefantenstation oder ein Trekking und ein weiterer für die Cafés, die Märkte und die gemächliche Atmosphäre von Nimman.
Aktualisiert