Das Historische Gefängnis von Sinop liegt im Innenhof der Festung. Die zweistöckigen Gebäude aus behauenem Stein sind direkt in den Ring der alten Mauern eingefügt. Der Bau entstand 1887 und diente fast 110 Jahre lang, bis 1997, als Hochsicherheitsgefängnis. Danach wurden die Insassen in einen Neubau außerhalb der Stadt verlegt. Das Meer an drei Seiten und die geschlossene Festungsmauer an der vierten machten eine Flucht nahezu aussichtslos – daher rührt der düstere Ruf des Ortes. Hier saßen sowohl Strafgefangene als auch politische Gefangene ein. Unter ihnen waren zeitweise die Schriftsteller Sabahattin Ali und Refik Halid Karay sowie der Dichter Nazim Hikmet; fast alle beschrieben später diese Mauern. 1999 wurde das Gefängnis dem Kulturministerium übergeben und als Museum eröffnet. Zellen, Werkstätten, Strafzellen und Höfe blieben erhalten; hinzu kamen Informationstafeln und einige restaurierte Innenräume. Von der Festungsmauer aus ist die Anlage vollständig zu überblicken: Reihen vergitterter Fenster, rote Ziegel, zertrampeltes Gras in den Höfen und rostiger Stacheldraht auf den Zäunen. Wegen seines unheimlichen Rufs wird das Gefängnis in Reiseführern seit Langem „türkisches Alcatraz“ genannt.
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