Die Ali-Sadr-Höhle gehört zu den wenigen Höhlen der Welt, die Besucher mit dem Boot erkunden. Sie liegt etwa hundert Kilometer nördlich von Hamadan in Kalkstein aus dem Jura. Wasser, das entlang der Klüfte des Gebirgsstocks zirkulierte, hat die Hohlräume ausgewaschen. Die erforschten Gänge erstrecken sich über mehrere Kilometer; etwa zwei Kilometer davon sind für Besucher zugänglich und führen fast vollständig über einen unterirdischen See. Das Wasser steht still und ist stellenweise bis zu vierzehn Meter tief. Im Licht der Beleuchtung erkennt man den Grund und die Spiegelbilder der Gewölbe. Weil keine Strömung herrscht, wirkt die Oberfläche wie ein Spiegel und verdoppelt die Decke. Gewölbe und Wände sind mit Sinterbildungen bedeckt: Stalaktiten, steinerne Vorhänge und Gebilde, denen die Führer fantasievolle Namen geben. Die Temperatur liegt ganzjährig bei etwa zwölf Grad. Die Höhle war den Einheimischen lange bekannt, wurde aber erst ab den 1960er-Jahren systematisch erforscht und erschlossen.
Besucher überqueren den unterirdischen See in Tretbooten. Da es in der Höhle das ganze Jahr über etwa zwölf Grad hat, ist ein Pullover nützlich. Der Eintritt ist kostenpflichtig; am Wochenende und an iranischen Feiertagen bilden sich Warteschlangen. Die Höhle liegt hundert Kilometer von Hamadan entfernt und eignet sich daher für einen eigenen Halbtagesausflug. Nur Barzahlung.
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