Bulawayo, die zweitgrößte Stadt Simbabwes und das Zentrum von Matabeleland, wird auf Durchreisen oft links liegen gelassen – zu Unrecht. Die Stadt ist ein entspannter und praktischer Ausgangspunkt für einen Ausflug in den Matobo-Nationalpark, einen der am meisten unterschätzten Parks im südlichen Afrika.
Warum sich die Reise lohnt und wie viel Zeit Sie einplanen sollten
Die Stadt selbst lässt sich in einem halben bis ganzen Tag erkunden: mit kolonialen Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert, breiten Alleen (so angelegt, dass ein Ochsengespann darin wenden konnte) und einer angenehm überschaubaren Auswahl an Museen. Der wichtigste Grund für einen Besuch ist Bulawayos Lage als Ausgangspunkt für Matobo mit seinen aufeinander ruhenden Granitfelsen, San-Felsmalereien und einer der größten Nashornpopulationen der Welt. Ein realistischer Plan für zwei Tage:
- Tag 1 — Stadtzentrum, Museum, Markt und eine entspannte Eingewöhnung.
- Tag 2 — ein ganztägiger Ausflug nach Matobo (meist mit Guide oder im Rahmen einer Tour).
Wenn Sie noch etwas ergänzen möchten: Das nahe gelegene National Museum of Natural History gilt mit seiner Sammlung afrikanischer Tierwelt als eines der besten Museen der Region.
Anreise
- Mit dem Flugzeug. Der Joshua Nkomo Airport liegt außerhalb der Stadt. Es gibt nur wenige regelmäßige und günstige öffentliche Verbindungen vom Flughafen; planen Sie deshalb einen Transfer oder ein Taxi ein. Vereinbaren Sie die Abholung vorab mit Ihrer Unterkunft – das ist günstiger und zuverlässiger, als bei der Ankunft nach einem Wagen zu suchen.
- Mit dem Bus. Bulawayo ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Es gibt komfortable Überlandbusse nach Harare (eine lange Fahrt quer durch das halbe Land) und zu den Victoriafällen. Kaufen Sie Fahrkarten bei seriösen Anbietern im Voraus, besonders für die Strecke zu den Victoriafällen.
- Mit dem Zug. Der historische Nachtzug von Bulawayo zu den Victoriafällen fährt noch und ist für Liebhaber historischer Eisenbahnen selbst eine Attraktion. Er ist jedoch langsam, und sein Fahrplan ist unzuverlässig. Fahren Sie damit wegen des Erlebnisses, nicht wegen der Geschwindigkeit.
In der Stadt unterwegs
Das Stadtzentrum ist übersichtlich schachbrettartig angelegt und lässt sich zu Fuß erkunden – ein großer Vorteil. Für Fahrten außerhalb des Zentrums gibt es Kombis, also Sammeltaxis in Minibussen. Sie sind günstig, verkehren aber ohne veröffentlichten Fahrplan: Fragen Sie Einheimische, wohin ein Fahrzeug fährt. Abends und für die Fahrt zum Flughafen empfiehlt sich ein vorab bestelltes Taxi. Nach Matobo fahren Sie am besten mit einer organisierten Tour oder einem Wagen mit Fahrer: Der Park ist auf eigene Faust logistisch schwierig, und ein Guide bringt viel Mehrwert (er zeigt Ihnen die Felsmalereien und führt Sie zu Fuß zu den Nashörnern).
Unterkunft
Bleiben Sie im Zentrum oder in den angrenzenden grünen Vororten – dort konzentrieren sich Gästehäuser und B&Bs, günstig gelegen sowohl für den Bahnhof als auch für die Museen. Die Gästehäuser werden oft von Familien geführt und bieten Frühstück sowie Hilfe bei der Organisation von Touren. Nutzen Sie das und buchen Sie Matobo-Ausflüge und Transfers über Ihre Gastgeber.
Matobo-Nationalpark
Dieser Park macht die Reise lohnenswert. Was Sie als Individualreisender wissen sollten:
- Nashörner. Einer der wenigen Orte, an denen Sie gute Chancen haben, Nashörner aus der Nähe zu sehen, oft auf einem Fußpfad mit einem Ranger. Das ist der wichtigste Höhepunkt.
- Felskunst. Höhlen mit Tausenden Jahre alten Malereien. Nehmen Sie einen Guide: Ohne Begleitung können Sie leicht daran vorbeilaufen.
- View of the World — das Grab von Cecil Rhodes auf einem Granithügel mit weitem Blick über das „Steinmeer“.
- Der Eintritt in den Park ist kostenpflichtig (für Ausländer teurer als für Einheimische); für das Aufspüren der Nashörner fallen zusätzliche Gebühren an. Erkundigen Sie sich vor Ort nach den aktuellen Preisen.
Geld, Essen und Preise
Die Währungssituation in Simbabwe ist kompliziert. US-Dollar sind hier im Umlauf und oft die bevorzugte Währung: Bringen Sie Bargeld in kleinen, gut erhaltenen USD-Scheinen und ausreichender Menge mit. Auf Karten und Geldautomaten können Sie sich nicht verlassen.
Für Reisende sieht es so aus: Einfaches Essen und lokale Verkehrsmittel sind günstig, während Parkgebühren und organisierte Touren den größten Teil des Budgets ausmachen. Beim Essen lässt sich sparen: Die lokale Küche (Sadza, ein Maisbrei mit geschmortem Fleisch oder Gemüse) macht satt und kostet wenig. Suchen Sie danach in einfachen Cafés statt in Touristenrestaurants.
Sicherheit und praktische Hinweise
- Bulawayo gilt als ruhiger und entspannter als das geschäftige Harare; tagsüber ist das Zentrum angenehm. Seien Sie abends wie in jeder Stadt umsichtig und zeigen Sie keine Wertsachen.
- Wetter. Die Trockenzeit (etwa von Mai bis Oktober) ist die beste Reisezeit: Das Wetter ist angenehm, und die Tiere im Park lassen sich an den Wasserstellen leichter beobachten. Die größte Hitze vor Beginn der Regenzeit (Oktober) kann anstrengend sein.
- Wasser- und Stromausfälle. Es kann zu Ausfällen bei Wasser und Strom kommen. Fragen Sie Ihre Gastgeber nach einer Unterkunft mit Notversorgung und trinken Sie Wasser aus Flaschen.
- Kaufen Sie gleich nach Ihrer Ankunft eine lokale SIM-Karte. Mobiles Internet hilft bei der Navigation und bei der Abstimmung von Touren.
Häufige Fehler
- Ohne Bargeld in USD anzureisen und sich auf Karten zu verlassen.
- Matobo nur für ein paar Stunden spontan besuchen zu wollen – für den Park sollten Sie einen ganzen Tag einplanen.
- Die Stadt nur als Zwischenstopp auf dem Weg zu den Victoriafällen zu behandeln: Matobo ist ein eigenes Reiseziel und verdient einen separaten Aufenthalt.
- Ohne Guide in den Park zu gehen und enttäuscht zurückzukehren – die Hälfte des Erlebnisses hängt davon ab, dass jemand weiß, wonach man suchen muss.