Die Mariä-Geburts-Kathedrale steht im Zentrum des Susdaler Kremls und ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Die erste Kirche an dieser Stelle ließ Wladimir Monomach errichten. Der untere Teil des heutigen Doms aus weißem Stein entstand von 1222 bis 1225 unter Fürst Juri Wsewolodowitsch. Der obere Teil stürzte nach dem Brand von 1445 ein und wurde 1528–1530 aus Backstein neu gebaut; die Grenze zwischen altem und neuem Mauerwerk ist mit bloßem Auge zu erkennen.
Damals erhielt der Dom auch statt drei nun fünf Kuppeln. Im Inneren ist er eine dreischiffige Kirche mit sechs Pfeilern und drei Apsiden. Die fünf blauen, mit goldenen Sternen geschmückten Kuppeln kamen im 18. Jahrhundert hinzu und prägen seither die bekannteste Silhouette Susdals.
Die West- und Südeingänge verschließen die Goldenen Tore: Kupferplatten mit Darstellungen, die im 13. Jahrhundert in Feuervergoldung ausgeführt wurden. Bei dieser Technik wurde Quecksilber verwendet, was für die Handwerker tödlich war. Auf den Westtoren sind Szenen aus dem Leben Christi zu sehen, auf den Südtüren die Taten des Erzengels Michael. Im Inneren blieben Freskofragmente aus dem Jahr 1233 erhalten, die 1938 bei einer Reinigung entdeckt wurden, ebenso Malereien aus dem 17. Jahrhundert und die Gräber Susdaler Fürsten und Bischöfe.
Seit 1992 gehört die Kathedrale gemeinsam mit den anderen weißsteinernen Denkmälern von Wladimir und Susdal zum UNESCO-Welterbe.
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